Wie wirken medizinische Kompressionsstrümpfe?
Medizinische Kompressionsstrümpfe üben einen definierten Druck auf das Bein aus, der von der Fessel nach oben hin abnimmt. Dadurch werden die Venen verengt, die Venenklappen schließen besser und das Blut fließt schneller zum Herzen zurück. Das lindert Schwellungen, Schwere- und Spannungsgefühl und kann Folgeschäden vorbeugen.
Wann werden Kompressionsstrümpfe verordnet?
- bei Krampfadern (Varikose) und chronischer venöser Insuffizienz
- nach einer Venenthrombose und zur Vorbeugung des postthrombotischen Syndroms
- nach Venenoperationen oder -verödungen
- bei Ödemen in der Schwangerschaft
- bei venös bedingten Wunden wie dem offenen Bein (Ulcus cruris), oft als spezielles Ulkus-Strumpfsystem
Welche Kompressionsklasse brauche ich?
Die Kompressionsklasse legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. In Deutschland gilt die Gütezeichen-Norm RAL-GZ 387; sie beschreibt vier Klassen nach dem Druck im Fesselbereich:
| Klasse | Druck an der Fessel | Kompression |
|---|---|---|
| KKL 1 | 18–21 mmHg | leicht |
| KKL 2 | 23–32 mmHg | mittel |
| KKL 3 | 34–46 mmHg | kräftig |
| KKL 4 | ab 49 mmHg | sehr kräftig |
Rundstrick: nahtlos, dünn, alltagstauglich
Bei Venenleiden kommt meist Rundstrick zum Einsatz: nahtlos gestrickt, dünn und elastisch. Es gibt Wadenstrümpfe, Schenkelstrümpfe und Strumpfhosen, mit offener oder geschlossener Spitze und in vielen Farben. Bei sehr ungewöhnlichen Beinformen fertigen wir nach Maß.
Kompressionsstrumpf oder Stützstrumpf?
Stützstrümpfe aus dem Handel haben keinen definierten, medizinisch geprüften Druckverlauf. Medizinische Kompressionsstrümpfe sind Hilfsmittel mit festgelegter Kompression und werden individuell angemessen. Thromboseprophylaxestrümpfe (die weißen „Antithrombosestrümpfe“) sind für liegende Patientinnen und Patienten gedacht – im Alltag ersetzen sie keinen Kompressionsstrumpf.
Wann sollte ich zum Anmessen kommen?
Am besten morgens, wenn die Beine noch am wenigsten geschwollen sind. Gerne messen wir auch bei Ihnen zu Hause.